Abenteuer Seesegeln

Von Peter Vogel

Auch wenn das Segeln auf den Binnenrevieren dominiert und die tragende Säule des Vereinslebens ist, haben in den zurückliegenden Jahren immer wieder einzelne  Sportfreunde den Versuch unternommen, das Segelrevier in Richtung Küste auszuweiten. Der Reiz, mit den Boddengewässern und der deutschen Ostseeküste neue Segelreviere zu erschließen, ist bis heute ungebrochen.



In früheren Jahren setzten das zur Verfügung stehende Bootsmaterial vom Typ Jollenkreuzer sowie die  aus heutiger Sicht bescheidenen Navigationshilfen und der fehlende regelmäßige Zugang zum Seewetterbericht dem Reiz des Seesegelns engere Grenzen und erhöhten das Risiko. Trotz dieser technischen Unzulänglichkeiten ist aus Gesprächen mit Zeitzeugen überliefert, dass die Vereinsmitglieder Hanni und Herbert Gerngroß, Else und Helmut Läger, Willi Holke und andere, die nicht mehr namentlich genannt werden können, mit viel Mut zum Risiko erste Schritte des Seesegelns gegangen sind und unbeschadet und mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck ihr Schiff im Heimathafen Schmöckwitz wieder festgemacht haben. Sie haben sich auch nicht vom rigiden  Grenzregime der DDR abhalten lassen. So gesehen hat auch Seesegeln im Verein eine gewisse Tradition. 

Mit Jollenkreuzer SR 200 im Jahre 1990 erstmals in den Westen

Von Manfred Grube

Im ersten Jahr nach Öffnung der Mauer fragte sich natürlich jeder: „Wohin im Urlaub?“. Wir, also der Skipper Manfred Grube, Ralph Hössel (vom BTB) und Hendrik Ulbricht (Filius des ehemaligen Bürgermeisters von Köpenick) sind der Ansicht: Es muss gleich Hamburg und weiter sein. Die Bootsfrau Margit ist krankheitsbedingt nicht in der Lage, diese Tour mitzumachen. Am Sonntag, dem 08.0Juli 1990, fahren wir am Mittag vom Bootshaus „Daheim“ in Richtung Stadt. Da unter Motor zu fahren verboten ist, segeln wir und kreuzen am Abend vor dem Restaurant Zenner in Treptow. Liegeplatz für den Abend wird die Liebesinsel vor dem Rummelsburger See. Erinnerungen an die Jugendzeit werden wach. Hier begann ich 1952 mit dem Wassersport.


9. Juli
Wecken um 5.30 Uhr, Abfahrt um 6.00 Uhr. Die Fahrt durch die Stadt ist etwas Neues für uns alle. Die Westberliner Seen werden natürlich abgesegelt. Auf der Havel bis Brandenburg müssen wir leider motoren. Nachdem wir den Breitling- und Plauer See verlassen hatten, suchen wir uns eine stille Ecke für die Nacht. Wir finden sie am Ufer der Havel nahe der Ortschaft Briest: Um 21.00 Uhr machen wir Feierabend. Das Wetter ist bisher gut, kein Regen und Temperaturen um 22 Grad.