Die Kinder- und Jugendgruppe 1970-1980

Alte Holzoptimisten und der gemeinsame Bau einer Cadetflotte

Von Catrin Kortze

Mit sechs Jahren sammelte ich mit meinen etwa gleichaltrigen Clubkameraden erste Segelerfahrungen auf unseren vereinseigenen Holz-Optimisten „Aladin“ und „Trickkiste“. Vor dem Steg ging es auf dem Langen See auf und ab. Ein Trainerboot gab es damals noch nicht.

 

1975 entschlossen sich ambitionierte Väter, über den Winter in unserem Clubraum vier neue Cadets zu bauen. Mit dabei waren: Günter Manke, Achim Kudella, Horst Hochmuth und Bringfried Kortze. Eine Negativschale wurde uns vom Bootsbauer und Spitzensegler Horst Herrmann geliehen. Die vier Polyesterschalen wurden getuppelt, die Decksarbeiten aus Sperrholz nach Bauvorschrift hergestellt. Die Segel nähte Günter Manke. Der Stoff dazu war über den Deutschen Turn- und Sport- Bund DTSB (Westimport) organisiert worden. Auf der beheizten Baustelle war stets munteres Treiben. Wir Kinder durften mit anpacken, und es war eine spannende Sache, die Boote entstehen zu sehen. Im Mai 1976 standen die vier nagelneuen Schiffe aus „eigener Werft“ zur Taufe bereit. Eines blau, eines gelb, die anderen orange und rot.

Jugendbootsbau im Jahr 1949

Von Bringfried Kortze

Wie das Fahrtensegeln ist der Jugendsport seit Gründungszeit ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit. Es gab Zeiten mit großen Jugendgruppen, aber letzthin sind die Nachwuchskader erheblich geschrumpft.

 

Zweimal in unserer Vereinsgeschichte haben Mitglieder in Eigenarbeit und mit viel Begeisterung Segelboote für unsere Jugendlichen gebaut.

 

Im Winterhalbjahr 1949 wurden vier Jugendboote der Kükenklasse hergestellt. In den Betriebsräumen des Bürsten- und Pinselherstellers Gustav Brendel in der Friedrichsfelder Einbeckerstrasse fanden sich Alfred Friedrich, Helmut Läger und Reinhard Wild unter der Leitung von Sportwart Alfred Jungk zum Bootsbau zusammen.

 

Aus Fichten- und Tannenholz entstanden schmucke Boote. Sie erhielten ein Stahlsteckschwert, Makkosegel und einen Steckmast. Die Jugendsegler Klaus Friedrich und Bringfried Kortze von der WLS dienten als Steuerleute für die Regatten und lieferten sich harte Kämpfe mit Manfred Ernst und anderen.

Jugendsegeln bei der WLS

von Stefan Schneider

Die Förderung der Jugendarbeit ist seit Gründung des Vereins neben dem Fahrtensegeln ein Schwerpunkt.

 

Zunächst einmal wurden Boote gebaut, insbesondere die sogenannten Küken, später die Cadets sowie Optimisten, damals noch aus Holz. Die Kinder der Vereinsmitglieder konnten sich so wichtige Erfahrungen im Bootsbau und im Segeln mit eigenen Booten aneignen.

 

Schon früh lernten Kinder und Jugendliche spielerisch den Umgang mit Wind und Wellen, erfuhren Teamgeist und nahmen mit viel Enthusiasmus an den früher zahlreicheren Regatten teil. Die segelnden Eltern förderten diese Aktivitäten durch ein hohes Maß an zeitlichem Engagement und auch durch finanzielle Leistungen, die die Teilnahme an auswärtigen Regatten vielfach erst möglich machten.

 

Der pädagogische Wert des Segelns steht außer Frage: Neben Selbstbewußtsein, Verantwortungsgefühl und vorausschauendem Handeln gehören dazu auch die Achtung vor der Natur und ihren Gewalten. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Respekt vor den seglerischen Leistungen anderer wird gefördert. Nicht zuletzt aus diesen Gründen hat der Verein eine ganze Reihe von Trainingslagern und Sportfreizeiten organisiert, die mit Hingabe der segelnden Eltern und anderer Vereinsmitglieder gestaltet wurden.

 

Mit dem Jugend- Master-Cup, den die WLS seit 2006 ausrichtet, wird die Tradition der Jugendarbeit verstärkt fortgesetzt.