Segelsaison 2007 - Die Höhepunkte im Jungsegeln

von Ronny Wutzler

 

Deutsche Meisterschaft der Optimisten A

 Willi Wutzler hat es geschafft, er hatte sich für die Deutsche Meisterschaft der Optimisten A in Ribnitz-Damgarten qualifiziert. Was vor sechs Jahren ganz harmlos mit dem Einstieg in den Opti bei Michaela Lorenz in unserem Verein begann, hatte irgendwann seinen Selbstlauf in der Opti-Szene genommen und wurde Willis Leidenschaft. Nach den Regatten in der Klasse Opti B qualifizierte er sich für die Opti A-Klasse und segelt nun die zweite Saison in dieser Leistungsklasse. Die Konkurrenz unter den Opti-Seglern ist genau wie die Regattafelder mit bis zu 200 Booten pro Regatta groß, der Zusammenhalt der „OPTIs AUF TOUR“ um so größer.

 

Der Weg zur Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft - 250 Segler von ca. 600 der Opti A sind startberechtigt -, war und ist nicht leicht. Das notwendige Material, die Fahrten zu den Regatten in ganz Deutschland und auch so manche Tiefs fordern sowohl vom Segler als auch vom Wasser- und Landpersonal, der Mutter, einiges ab.

 

Die erste Hürde der Meisterschaft 2007 war die Vermessung von Willis Optimisten „Watt´n Wurm“. Trotz kräftiger Investitionen, um das Boot vermessungsgültig herzurichten, erwies sich das Gewicht des Bootes als ernsthaftes Problem. 4,6 kg Holz mussten in das Boot eingeklebt werden, erst dann wurde das Boot zugelassen. Die Aufregung war groß, doch mit Hilfe der vielen Freunde hatten wir es bald geschafft, das viele Holz zurechtzuschneiden und einzukleben.

 

Die Meisterschaft stand unter keinem guten Wetterstern. Viel Wind (6 bis 9 Windstärken), herumfliegendes Holz - der Kleber hielt dieser Belastung nicht stand -, Kälte, sintflutartiger Regen und nur selten Sonne, Wärme und moderate Winde machten dem Leichtwindsegler Willi zu schaffen. Vor allem in den ersten zwei Tagen wurden die Wettfahrten mehr zu einem Durchhaltetraining als zu taktischen Rennen. So war Willi zwar nicht zufrieden mit seiner Platzierung (234 von 265), doch er ist bei allen Wettfahrten ins Ziel gekommen und hat das Starkwindsegeln gelernt.

 

 

Inoffizielle Deutsche Hochseeregatta der Optimisten


Bereits nach einer Woche zog es Willi zum nächsten Höhepunkt, der Inoffiziellen Deutschen Hochseeregatta der Optimisten vor Helgoland. Vor der traumhaften Kulisse der roten Felsen segeln hier die Kinder mit den Robben mitten auf der Nordsee um die Wette.

 

 

Um einen Startplatz für diese begehrte Regatta zu ergattern, muss man sich frühzeitig anmelden. Alles beginnt bereits im Herbst, acht Monate vor der Regatta, wenn an einem Sonntag zu einem bestimmten Zeitpunkt die Meldeliste im Internet eröffnet wird. Innerhalb von wenigen Minuten ist die Startliste voll, denn auf Grund der Größe der Insel und des hohen logistischen Aufwands stehen nur 140 Plätze für die Segler Opti A und B zur Verfügung. Willi nahm in diesem Jahr das zweitemal teil, seine absolute Lieblingsveranstaltung, was kaum jemand verstehen kann, denn Willi leidet unter Seekrankheit auf der Nordsee.

 

 

Verladen der Optimisten auf Helgoland - heimzusegeln wäre wohl doch zu langwierig (Foto: Jan Schümann)

Treffpunkt war wie jedes Jahr Cuxhaven, von wo aus Optis, Aktive, Segler, Schlauchboote, Campingzubehör und vieles mehr verschifft wurden. Nach recht stürmischer Überfahrt präsentierte sich Helgoland von seiner strahlenden Seite, Sonne pur.


Die ersten Wettfahrten schaukeln die Optis zwischen Nordseewellen und Strömung, was zur Folge hat, dass Willi mal wieder die Robben füttert.


Die Nordsee ist groß für „kleine“ Optisegler, die von vielen Helfern nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen werden, denn Sicherheit ist hier das oberste Gebot. Trotz alledem, die Insel, das Revier, die tolle Stimmung unter den Seglern, die hervorragende Organisation der Veranstaltung, das entschädigt für jede Welle und die Seekrankheit.


Natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder ein Rahmenprogramm, infolge dessen alle Segler zur Freude der Helgolandbesucher über die ganze Insel ausschwärmten, um mit Luftmatratzen bewaffnet Unterschriften zu sammeln und Helgolaner zu interviewen, um Fragen zur Insel beantworten zu können.


Das tolle Wetter lud jeden Nachmittag zum Baden mit den Robben ein, die sich am Stand und im Wasser tummelten und neugierig jeden Badenden beäugten.


Natürlich will Willi auch im nächsten Jahr wieder nach Helgoland, zur Hochseeregatta der Optimisten.


  

Ein kühles Bad in den Nordseewellen (Foto: Uwe Täubert)

 

Jugendmastercup


Die Idee zu einer Jugendregatta im WLS wurde an einem sonnigen Samstagnachmittagvon Catrin Kortze und Ronny Wutzler, zwei ehemaligen regattasegelnden Müttern geboren, die etwas für ihre aus dem Opti umsteigenden Kinder Romy und Robert organisieren wollten. Die Namensgebung erfolgte dann von Mike Zok, der damals mit BTB eine Lasertrainingsgruppe aufbaute. Dank der zuverlässigen und aktiven Mitarbeit einer Vielzahl unserer Mitglieder konnten wir gemeinsam mit den regattaerprobten Mitgliedern von BTB unsere Idee umsetzen, und so findet in diesem Jahr schon der 4. Jugendmastercup statt.

 

 

Die Regatta, die für die Bootklassen Laser radial, 420er und Cadet ausgeschrieben wurde, ist inzwischen eine Ranglistenregatta und wird vor allem von den Jugendlichen genutzt, die in diesen Bootsklassen ihre ersten Regattaerfahrungen sammeln.


  

Optisegeln vor Helgoland 2007 (Foto: Uwe Täubert)